Forschung
Unsere Arbeitsgruppe erforscht intrazelluläre Signalwege, die kardiale Hypertrophie und Herzinsuffizienz regulieren. Wir kombinieren Methoden der Molekularbiologie, Phosphoproteomik und fortgeschrittene Kardiomyozyten-Modelle, um Krankheitsmechanismen aufzuklären und neue therapeutische Angriffspunkte zu identifizieren.
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STRIPAK-Signaltransduktion
Unsere Arbeitsgruppe hat mit Myoscape (STRIP2) eine herzspezifische Komponente des STRIPAK-Komplexes identifiziert, die die Oberflächenexpression des L-Typ-Kalziumkanals reguliert und damit die kardiale Kalzium-Homöostase und Kontraktilität steuert (Eden et al., Nat Commun 2016). Kürzlich konnten wir zeigen, dass die STRIPAK-assoziierte Kinase MST4 Kardiomyozyten-Wachstum und -Überleben reguliert und in humaner Kardiomyopathie hochreguliert ist (Eden et al., J Biol Chem 2024). Ergänzend untersuchen wir über den BLOC-1-Komplex und Dysbindin weitere Protein-Interaktionsnetzwerke, die die STRIPAK-Signaltransduktion im Herzen modulieren (Borlepawar et al., Cells 2020).
Myoscape/STRIP2 · MST4 · L-Typ-Ca²⁺-Kanal · Dysbindin · BLOC-1KI-generierte IllustrationAbb. 1 · IllustrationMyoscape und MST4 am kardialen STRIPAK-Komplex Myoscape (STRIP2), eine herzspezifische STRIPAK-Komponente, bindet den L-Typ-Ca²⁺-Kanal Cav1.2 direkt und reguliert dessen Oberflächenexpression und damit Ca²⁺-Zyklus und Kontraktilität.
MST4 (STK26), eine STRIPAK-assoziierte Kinase am Glanzstreifen, fördert Wachstum und Überleben der Kardiomyozyten und ist in humaner Kardiomyopathie erhöht.
Bildebene KI-generiert (GPT Image 2.5); Beschriftung und Inhalt nach Eden et al., Nat Commun 2016, und Eden et al., J Biol Chem 2024. Nicht maßstabsgetreu.
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M-Banden-Signaltransduktion
Wir haben mit Myomasp/LRRC39 ein herz- und muskelspezifisches Protein identifiziert, das als neue Komponente der sarkomerischen M-Bande an der mechanischen Dehnungsdetektion beteiligt ist (Will, Eden et al., Circ Res 2010). Parallel konnten wir zeigen, dass das Glanzstreifen-Protein Myozap bei kardialer Überexpression eine Proteinaggregat-assoziierte Kardiomyopathie verursacht (Frank, Rangrez, Eden et al., J Mol Cell Cardiol 2014), während Myozap-Defizienz über differenzielle Regulation der MAPK/SRF- und β-Catenin/GSK-3β-Signalwege adverses kardiales Remodeling fördert (Rangrez, Eden et al., J Biol Chem 2016).
Myomasp/LRRC39 · Myozap · MAPK/SRF · β-Catenin/GSK-3βKI-generierte IllustrationAbb. 2 · IllustrationMyomasp an der sarkomerischen M-Bande Myomasp (LRRC39), ein herz- und muskelspezifisches Protein, sitzt an der sarkomerischen M-Bande und bindet den C-Terminus der schweren Myosinkette MYH7.
Sein Knockdown in neonatalen Rattenkardiomyozyten unterdrückt dosisabhängig die SRF-abhängige Genexpression, senkt MYH7 sowie Myomesin-1 und -2 und vermindert die Kraftentwicklung in Engineered Heart Tissue.
Bildebene KI-generiert (GPT Image 2.5); Beschriftung und Inhalt nach Will et al., Circ Res 2010. Nicht maßstabsgetreu.
- 03
Mechanosensorik
Unsere Forschung untersucht, wie Kardiomyozyten mechanische Belastung wahrnehmen und in zelluläre Antworten übersetzen. Mit Myomasp/LRRC39 haben wir einen sarkomerischen Mechanosensor an der M-Bande charakterisiert, der Dehnungsreize detektiert (Will, Eden et al., Circ Res 2010). Über Myoscape/STRIP2 konnten wir einen Mechanismus aufklären, durch den mechanische Signale die Oberflächenexpression von L-Typ-Kalziumkanälen und damit die Erregungs-Kontraktions-Kopplung beeinflussen (Eden et al., Nat Commun 2016). Darüber hinaus erforschen wir die Rolle von Filamin C bei kardialen Filaminopathien und deren divergente Bedeutung für humane Kardiomyopathien (Eden & Frey, J Clin Med 2021).
Myomasp · Myoscape · Filamin C · EC-Kopplung · T-TubulusKI-generierte IllustrationAbb. 3 · IllustrationMechanische Signale an M-Bande, Z-Scheibe und Dyade M-Bande: Myomasp (LRRC39) ist an der Dehnungsdetektion beteiligt; sein Knockdown steigert die dehnungssensitiven Gene GDF-15 und BNP.
Z-Scheibe: Filamin C (FLNC); Mutationen wurden zunächst mit myofibrillärer Myopathie verknüpft und finden sich zunehmend bei verschiedenen Formen der Kardiomyopathie.
Dyade: Myoscape (STRIP2) bindet den L-Typ-Ca²⁺-Kanal Cav1.2 direkt und reguliert dessen Oberflächenexpression und damit die elektromechanische Kopplung.
Bildebene KI-generiert (GPT Image 2.5); Beschriftung und Inhalt nach Will et al., Circ Res 2010; Eden & Frey, J Clin Med 2021 (Übersicht); Eden et al., Nat Commun 2016. Nicht maßstabsgetreu.
- 04
Kardiale Hypertrophie
Die Calcineurin-NFAT-Signalachse ist ein zentraler Forschungsfokus unserer Gruppe. Mit der Entdeckung der Calsarcine als sarkomerische Calcineurin-Bindungsproteine (Frey et al., PNAS 2000) und dem Nachweis, dass Calsarcin-1-Defizienz die Calcineurin-Signaltransduktion sensitiviert und pathologische Hypertrophie beschleunigt (Frey et al., Nat Med 2004), haben wir einen neuen Regulationsmechanismus definiert. Calsarcin-2-Defizienz hingegen steigert die Belastungskapazität über Calcineurin/NFAT-Aktivierung (Frey et al., J Clin Invest 2008). Wir konnten zudem zeigen, dass SUMO2 Calcineurin-NFAT-Signaltransduktion Sumoylierungs-unabhängig aktiviert und damit Kardiomyozyten-Hypertrophie fördert (Bernt, Rangrez, Eden et al., Sci Rep 2016). Aktuell untersuchen wir metabolische Ansätze: AAV-vermittelte CPT1B-Überexpression schützt im murinen Druckbelastungsmodell vor Hypertrophie und Herzinsuffizienz (Kliesow Remes et al., Basic Res Cardiol 2025).
Calsarcin-1/2 · Calcineurin-NFAT · SUMO2 · CPT1B · AAV-GentherapieKI-generierte IllustrationAbb. 4 · IllustrationCalsarcine und das Calcineurin-NFAT-Signal Calsarcine binden Calcineurin und verankern es an α-Actinin der Z-Scheibe.
Calsarcin-1 (MYOZ2) dämpft Calcineurin: Fehlt es, ist das Calcineurin-Signal verstärkt, ein hypertrophes Genprogramm aktiviert und die Wachstumsantwort des Herzens auf Druckbelastung gesteigert (Maus).
Calsarcin-2 (MYOZ1), ausschließlich in schnellen Skelettmuskelfasern exprimiert, hemmt Calcineurin; Knockout-Mäuse zeigen mehr NFAT-Aktivität, mehr langsame oxidative Fasern und eine höhere Laufleistung.
SUMO2 bindet die katalytische Untereinheit von Calcineurin direkt, fördert ihre Kernlokalisation und die Kardiomyozyten-Hypertrophie, unabhängig von Sumoylierung.
AAV-vermittelte CPT1B-Überexpression mindert nach Druckbelastung Hypertrophie, Fibrose und systolische Dysfunktion (Maus, TAC) sowie die Phenylephrin-induzierte Hypertrophie neonataler Rattenkardiomyozyten.
Bildebene KI-generiert (GPT Image 2.5); Beschriftung und Inhalt nach Frey et al., PNAS 2000; Frey et al., Nat Med 2004; Frey et al., J Clin Invest 2008; Bernt et al., Sci Rep 2016; Kliesow Remes et al., Basic Res Cardiol 2025. Nicht maßstabsgetreu.